Tag der Arbeitslosen – Die Anstrengungen müssen gemeinsame bleiben
30, April, 2026

Tag der Arbeitslosen – Die Anstrengungen müssen gemeinsame bleiben
„Ich war lange ohne Job und hab mir ehrlich gesagt selbst nicht mehr viel zugetraut. Bei Ho&Ruck bin ich wieder reingekommen – mit fixer Struktur, Arbeit im Team und Leuten, die dran glauben, dass man’s schafft. Jetzt hab ich wieder das Gefühl, ich kann was – und das nimmt mir keiner mehr.“
… So schildert Patrick Gritsch, ehemaliger Horuck-Transitmitarbeiter, der heute eine fixe Anstellung hat, seine Erfahrung.
Vielen Menschen geht es wie Patrick.
Wer Arbeit sucht, kennt die Herausforderungen, die zu bewältigen sind. Besonders, wenn man schon lange erfolglos auf der Suche ist.
Heute, 30. April, ist der Tag der Arbeitslosen.
Die Zahl der Menschen, die von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind, liegt aktuell 16,2 % höher als letztes Jahr. Je länger man keine Arbeit findet, desto schwerer wird es – sagt die Statistik. Speziell schwer wird es für Arbeitssuchende mit geringer Ausbildung, gesundheitlichen Einschränkungen, für die Altersgruppe 50+ und auch für Jugendliche ohne Berufserfahrung oder Ausbildung.
Der Tag der Arbeitslosigkeit will für die Herausforderungen sensibilisieren, die vergebliche Arbeitssuche mit sich bringen:
Finanzielle Zwangslagen, Entmutigung, Selbstzweifel, beängstigende Perspektivenlosigkeit. Und: Er ruft zu gesellschaftlichen und politischen Lösungen auf – auch in Zeiten knapper Budgets.
„Die aktuellen Zahlen zeigen zwei Realitäten: Während sich der Arbeitsmarkt insgesamt stabilisiert, wächst die Langzeitbeschäftigungslosigkeit deutlich. Wenn wir jetzt nicht gezielt investieren, zahlen wir später doppelt – sozial und wirtschaftlich“, so Christine Regensburger, Obfrau von arbeit plus – Soziale Unternehmen Tirol.
Das zeigt auch die Datenlage: Investitionen in aktive Arbeitsmarktpolitik wirken mehrfach: Sie fördern Beschäftigung, entlasten öffentliche Systeme und stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Jeder investierte Euro fließt mehr als doppelt zurück – etwa durch zusätzliche Steuereinnahmen und geringere Sozialausgaben.
Soziale Unternehmen wie das Horuck, WAMS, ISSBA, Gwandolina, Schindel und Holz, Volkshilfe Startup, Carla St. Johann oder Artis Innsbruck verbinden wirtschaftliche Aufträge mit einem klaren sozialen Auftrag: Sie qualifizieren Menschen praxisnah, stabilisieren ihre Lebenssituation und begleiten sie beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt. In Tirol zeigt sich dabei ihre besondere Stärke: Viele Betriebe sind eng an die regionale Wirtschaft angebunden und erwirtschaften bereits 55 bis 60 Prozent ihrer Mittel selbst – ein Beleg für ihre Effizienz und ihren Beitrag zur regionalen Wertschöpfung.
Persönliche Erfahrungen wie die von Patrick verdeutlichen es: Mit der notwendigen Unterstützung des individuellen Engagements Arbeitssuchender können erfolgreich neue Perspektiven geschaffen werden!
Die dafür notwendigen Anstrengungen müssen gemeinsame bleiben: Aktive Arbeitsmarktpolitik, vorurteilsfreie Personalentscheidungen in Unternehmen, Planungssicherheit und realistische Zielvorgaben für Soziale Unternehmen, gesellschaftliche Solidarität und Unterstützung von Initiativen, die zusätzlich darauf zielen, die schwierige Lage derer zu verbessern, die die Herausforderungen langer Arbeitslosigkeit bewältigen müssen.
Gemeinsam sozial-ökonomisch.